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Es ging gleich gut los: Kursteilnehmer und Fahrer B. ging davon aus, dass unser Kurs nur bis Sonntag dauern würde – und hatte folglich eine Unterhose zu wenig dabei.

Glücklicherweise – und ohne Vorurteile schüren zu wollen – ist er Lehrer und hatte am Montag keinen Unterricht. Nach ein paar Telefonaten war diese erste planerische Hürde genommen,

und es konnte hinauf gehen Richtung Wiesbadener Hütte und die Lager konnten bezogen werden.

Bei der Erstbegehung des Hochbettes durch unseren versierten Kursleiter G. wurde sogleich eine Sollbruchstelle im Lattenrost desselben aufgetan – was Kursteilnehmer D., der sein Nachtlager im Einschlaggebiet der Latte bezogen hatte, eine etwas unruhige Nacht beschert haben dürfte.

Mehr oder weniger ausgeschlafen ging es am nächsten Morgen hinauf – Richtung obere Ochsenscharte zum dortigen Windkolch. Spaltenbergung war angesagt.

Dass Kursteilnehmer G.s beherzter Sprung über den Kolchrand nicht nur Kursteilnehmerin B. regelrecht von den Socken hauen sollte, sonder nach Durchbruch einer Eisbrücke tatsächlich in der Spalte enden sollte, wussten wir noch nicht. Auch nicht, wie mühsam es ist, ein Spaltenopfer im Mannschaftzug über eine Wechte zu ziehen…

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Der Lehrinhalt jedenfalls wurde erfolgreich vermittelt, wir harrten frierend im Regen aus, bis jeder seinen Sprung vollbracht hatte und auch wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Nach genüsslichem wohlverdienten Abendessen und diversen Getränken waren wir vergeblich auf der Suche nach dem Kellnergeist Ralf – nicht unsere Schuld, dass wir so spät ins Bett kamen. Die Wartezeit allerdings wurde sinnvoll genutzt durch erweiterte (Schafkopf-)Lehrinhalte im Bezug auf Ramsch und Schieberrunden.

Tag 2 bricht an – nach Selbstrettungstrockenübungen incl. der viel zitierten „Rammeltechnik“ nutzten wir das noch gute Wetter für eine abwechslungsreiche Tour auf den Ochsenkopf. Fixseil, Geländerseil, Paternoster und Ablassschaukel ließen uns den Abstieg im Regen nicht allzu schwer nehmen. Für Unterhaltung sorgte an diesem Abend Kellnerin Alina, die uns dann aber leider doch nicht Zeugen ihres Nasenflötenspiels werden ließ…

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Tag 3 – wir hatten uns für eine Orientierungseinheit im weglosen Gelände Richtung Haagspitze entschieden. Die Hütte gerade mal außer Sicht, hatte die Schuhsohle von Kursteilnehmer F. alias der Hobbitfüßige genug davon, dass immer auf ihr herumgetrampelt wurde – nur mit reichlich Tape und Mastwurf konnte sie zum Durchhalten bewegt werden – und hielt tatsächlich Stand bis an den Fuß der Haager Spitze, die jedoch aufgrund Nebels und fortgeschrittener Zeit nicht mehr final bestiegen wurde.

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Unser Kurs endete schließlich frisch-fromm-fröhlich-frei im Silvrettastausee – und mit einem herben Wettverlust für unseren Kursleiter: „Wer es bis zur Boje und zurück schafft, dem spendiere ich einen Schweinebraten!“.

Autorin: Birgit Olbrich