© Reinhardt Neft
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Der Steinwald - Hotspot der Biodiversität

01.08.2023

Mit der Übernahme der Steinwaldhütte von DAV Sektion Weiden Anfang des Jahres haben die Mitglieder unserer Sektion einen zusätzlichen Stützpunkt für vielfältige Aktivitäten in der Natur ganz in der Nähe dazugewonnen. 

Der Steinwald erstreckt sich zwischen Erbendorf und Marktredwitz, ein mächtiger Granitrücken mit weiten Wäldern, seine höchste Erhebung ist die Platte mit 946 ü. NN mit dem 35 m hohen Oberpfalzturm. Er eignet sich nicht nur zur Erholung, wie z.B. Wandern, Mountainbiken, Klettern, Loipen und Schneeschuhtouren, sondern ist auch mit einer hohen Artenvielfalt ausgestattet. Die Basis sind Granitgesteine, die immer wieder aus dem Waldgebirge herausragen, als Aussichtspunkte und Kletterfelsen dienen, aber auch seltene Moose und Flechten beherbergen.

Ein besonderes Highlight sind die zwei Habichtskauz-Paare, die 2024 erstmals wieder im Naturpark Steinwald brüten. Die scheuen Habichtskäuze waren in Deutschland und Mitteleuropa weitgehend ausgestorben.

Das weitgehend geschlossene Waldgebiet besteht aus Fichten, Tannen, Lärchen, Kiefern, Buchen, Eschen und Vogelbeeren. Spirke und Moorbirke, die Baumart des Jahres 2023, finden wir auf den reichlich vorhandenen Mooren. Intakte Moore sind übrigens weltweit die Vegetationsform, die am meisten CO2 speichern können. Auf den vorhandenen Freiflächen können wir Knabenkräuter, Akelei und Teufelsblume entdecken.

Die dichten Wälder sind Lebensraum für Reh,- Schwarz- und Rotwild, Wildkatze, verschiedene Eulenarten und sogar der Luchs zieht seine Bahnen im Steinwald.

Eigene Artenschutzprogramme, wie z.B. das Projekt zur Aufzucht und Wiederansiedlung des Habichtkauzes unterstützen die positive Entwicklung der Biodiversität. Am Rande des Steinwaldes in der Wiesauer Senke und in der Naabtalaue haben Fisch- und Seeadler wieder eine Heimat gefunden.     

Das Waldgebiet ist von naturnahen Bächen durchzogen, in denen wir die sehr seltene, stark gefährdete und streng geschützte Flussperlmuschel finden können. Die Flussperlmuschel produziert in ihrem Inneren tatsächlich eine Perle und kann bis zu 200 Jahre alt werden..