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Tennengebirge II

20.06. bis 22.06.2019

 

Teilnehmer: Hofmann Joachim und Jungwirth Tobias

 

Die Durchquerung des Tennengebirges ist kein Pappenstiel. Das hat Joachim letztes Jahr im westlichen Teil des Karstgebirges rund um das Happischhaus eindrucksvoll erlebt. Diesmal machen ihm gleich mehrere Faktoren Kopfzerbrechen: Die Wetteraussichten sind nicht gut, es liegt am Plateau vermutlich noch viel Schnee und er weiß nicht ob die anspruchsvolle Überschreitung des Hochthron möglich ist. Dazu kommen die schweren Rucksäcke mit viel Verpflegung und je 5 bis 6 Liter Getränke. Es gibt unterwegs kein Wasser. So starten die Bergsteiger in der Wengerau mit gemischten Gefühlen. Das Wetter ist prima und auf der Wengeraualm darf es nach 550 Höhenmeter ein kühles Bier sein. Das gibt es auf der Werfener Hütte auch. Und obendrein eine phantastische Aussicht zur Belohnung. Dieses Ambiente lässt sich die Hüttenwirtin unverschämt teuer bezahlen. Daraufhin verzichten Tobias und Joachim auf die an diesem Ort geplante Übernachtung. Nun wartet auf die Beiden die anspruchsvolle Route auf den Hochthron. Im Einser/Zweier Steilgelände klettern die Bergsteiger zügig bergauf. Am 2360 Meter hohen Gipfel ist die Rundsicht optimal und das kostet nur ein paar Schweißtropfen.

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Der Abstieg auf der anderen Seite ist auch nicht ohne. War bisher der Schnee kein Thema, so ändert sich das jetzt drastisch. Beim Gegenanstieg auf das Mittlere Streitmandl, 2360 m kann der weißen Pracht über Felsplatten meist ausgewichen werden. Nach 1600 Höhenmeter Aufstieg mit schweren Gepäck können sich die Bergfreunde an der Edelweißerhütte ausruhen und von den Tour Strapazen erholen. Ein kleiner Anbau mit 4 Schlafplätzen dient als Winterraum. Hier machen es sich Tobias und Joachim gemütlich. Spät nachmittags tobt ein schweres Gewitter, das sich im trockenen Quartier leicht aushalten lässt. Das mitgebrachte Bier – im Schnee gekühlt – schmeckt zu den Wurstbroten gut. Gegen 21.00 Uhr verzaubert ein wunderschöner Sonnenuntergang die weiße Landschaft und es wird Zeit für die Nachtruhe. Morgens um 6.30 Uhr startet der kleine Trupp die lange Wanderung zur Laufener Hütte. Welche wegen dem vielen Schnee nicht machbar sei. Tobias hat auf seinem Handy eine App, mittels der die Position und der Verlauf des Weges festgestellt werden kann. Des weiteren helfen rote Markierungen, Wanderstangen und Steinmandl bei der Orientierung. Geländerücken, Taleinschnitte, Dolinen und eine im Zickzack verlaufende Route verändern ständig das Landschaftsbild.

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Sicheres Gehen über messerscharfe Karrenrippen, Felsplatten, Splitt, Geröll und Schneefelder ist unbedingt erforderlich. Es zieht sich gewaltig, bis am 2334m hohen Schubbühel eine erste Rast fällig ist. Dann sind gemeine 100 Höhenmeter abzusteigen um auf der Gegenseite mühsam die verlorene Höhe zurück zu gewinnen. Und noch weiter hinauf zum höchsten Punkt des Tages: Den 2411m hohen Bleikogel. Ein großes Stück des Wegs sind geschafft, aber es ist noch weit zur Laufener Hütte. Immer häufiger sind Schneefelder zu queren. Sorgfältig wird die Route verfolgt, um nicht im Nirwana zu enden. Um 13.00 Uhr ist das Quartier erreicht. Die Hütte besticht durch seine tolle Lage in einem von hohen Bergen umzingelten Hochtal. Zwar muss der Wanderer sich an diesem Ort selbst versorgen; jedoch kümmert sich eine freundliche Hüttencrew lobenswert um seine Gäste. Joachim und Tobias genießen das angenehme Hüttenleben. Etwas Sorgen bereitet noch der nächste Tag. Der Hüttenwirt prophezeit schlechtes Wetter und rät obendrein von der geplanten Route über den Bleikogel zur Hackelhütte Abstand zu nehmen. Die Tour sei einfach nicht machbar. Am nächsten Morgen ist das Wetter erstaunlich gut und ansonsten haben sich die Wanderfreunde schon durch den Hinweg qualifiziert auch den Rückweg zu schaffen. Somit haben die Beiden im Aufstieg keine Probleme und erreichen relativ schnell am Bleikogel vorbei die Wegscheid am Schubbühel.  Und weil es so gut läuft, werden die am „Weg“ liegenden Gipfel Schartwand, 2339m – mit gläsernen Kreuz – und Tauernkogel, 2247m noch mitgenommen.

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Auch der 700 Höhenmeter Abstieg – verschärft durch ein elend langes Steilschneefeld – kann Joachimund Tobias nicht bremsen. Es ist erst 13.00 Uhr und bei gutem Essen und Trinken lassen es sich die Beiden gut gehen. Nach dem Abstieg in die Wengerau fahren die Bergwanderer auf der blauen Route nach Hause. Ein kurzer Stopp in Tittmoning – es gibt Flötzinger Dunkelbier - darf es noch sein. Es waren tolle, erlebnisreiche Tage und das Tennengebirge wird uns sicherlichwieder sehen.

Berg Heil

Hofmann Joachim