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Am 21.08. starteten wir zu viert von Regensburg in Richtung Berge. Vom Parkplatz des neuen Lucknerhauses stiegen wir auf zur Stüdlhütte (2802m).

Als Eingehtour für den nächsten Tag entschieden wir uns für den Romariswandkopf (3511m) über den Teufelskamp (3511). Am Einstieg zum Teischnitzkees legten wir die Steigeisen an und bildeten unsere Viererseilschaft. Der sommerliche Gletscher legte einige große Spalten frei, die wir auf Schneebrücken gut überwinden konnten. Auf unserem Weg zum Teufelskamp mussten wir beim Queren eines 35° Eisfeldes über der Randkluft unsere Seilschaft mit Eisschrauben sichern. Vom Teufelskamp ging es dann über den Grat weiter zum Romariswandkopf, von dem wir die perfekte Aussicht auf die umliegenden Berge und den Großglockner genießen konnten.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Gut akklimatisiert starteten wir um 5:45 Uhr Richtung Stüdlgrat. Im rötlichen Morgenlicht lag er vor uns, der Großglockner. Bei perfekten Bedingungen stiegen wir in den Grat ein. Der Himmel war klar, der Grat schneefrei, der Fels trocken und herrlich griffig - eine Genusskletterei.

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Für mich war es die erste hochalpine Klettertour und dieser trockene griffige Fels gab mir immer die Sicherheit, auch an den ausgesetzten Stellen ohne Seilsicherung gehen zu können. So kamen wir sehr gut vorwärts. Nach kurzer Rast am Frühstücksplatz (3550m) kletterten wir weiter bis zur Hangelplatte. Mit Seilsicherung haben wir diese und die weiteren kniffligen Stellen überwunden.

201908 IMG 2402bGlücklich und dankbar standen wir vier dann am Gipfel. Nach dem Abstieg über Kleinglockner, Adlersruh und Burgwartscharte feierten wir unsere Tour mit einer Runde Zwetschgenschnaps auf der Stüdlhütte.

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Für den nächsten Morgen hatten wir uns die Hoffmannspitze (3722m) vorgenommen. Auf der Glocknerwandscharte (3500m) kamen uns dann allerdings Zweifel, ob es Sinn macht, weiter zum Gipfel zu gehen, denn wir hatten eine Schneebrücke über eine Spalte überwunden, die nur 50 cm dick und schon angerissen war. Und ob die nach 3-4 h Sonneneinstrahlung noch trägt, war uns zu unsicher. So beschlossen wir abzubrechen und querten nochmal unsere noch intakte Schneebrücke – diesmal gesichert über einen T-Anker - zurück zur Hütte. Glücklich und voller tiefer Eindrücke waren wir dann am Samstagabend wieder zu Hause.

Josef Kammermeier 25.08.2019