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SS-GK-4 Grundkurs Schneeschuhbergsteigen

Fr. 10.- So. 12.02.2017

Hütte / Gebiet: Albert- Link Hütte, Schönfeld / Bayer. Voralpen

Teilnehmer: Barbara, Norbert, Thomas, Stephanie, Johannes

Kursleiter: Bruno Zimmerer

Los ging es in Regensburg mit einem Theorieabend "Einführung in die Lawinenkunde. - Ja, Mahlzeit. Vorsichtsmaßnahmen vor und während der Tour und richtiges bzw. falsches Verhalten am Berg und Entscheidungs- und Risikostrategien wurden besprochen.

  1. Welche lawinenbildenden Faktoren kenne ich ?
  2. Wer ist der Baumeister der Lawinen ?
  3. Ab welcher Hangneigung können Lawinen abgehen ?
  4. Welche Arten von Lawinen gibt es?
  5. Wie viele Stufen hat die Europäische Lawinenskala ?
  6. Welche alpinen winterlichen Entscheidungs- und Risikostrategien gibt es ?

Panorama vom Jägerkamp, Schliersee rechts

Nach einer ca. 2,5 stündigen Anfahrt von Regensburg, kamen wir am Freitag motiviert, gut gelaunt und bei schönem Wetter am Spitzingsee an. Nach einer 15-minütigen Wanderung zur Albert-Link-Hütte 1053 m stärkten wir uns erst mal mit einer guten deftigen Brotzeit und ein, zwei Bierchen. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass man unbedingt das leckere selbstgebackene Holzoffen-Brot der Albert-Link-Hütte probieren muss.

Am Samstag stand die Praxis im Vordergrund mit Interpretation zum aktuellen Lawinenlagebericht und die Funktionsweise des Lawinenverschütteten-Suchgerät (kurz LVS-Gerät). Die Stunden nach dem reichhaltigen Frühstück bis zum Mittagessen verbrachten wir mit der Übung einer Einfach-Verschüttung sowie in der Handhabung mit dem LVS-Gerät, der Lawinensonde und der Lawinenschaufel. Nach einer Erklärung der Ausrüstung ging es los, wir vergruben unsere Rucksäcke die mit einem LVS-Gerät ausgerüstet waren. Danach buddelten wir sie ein und nach einem ordentlichen einkreuzen und Punktortung wieder aus. Es war sehr interessant und spannend zu sehen, wie die unterschiedlichen Geräte funktionieren und wie eine Ausgrabung von einem „Verschütteten Winterbergsteiger“ dann klappen sollte. Nach dem Mittagessen ging es dann in 1,5 Stunden Schneeschuhwanderung mit einer Erläuterung zu unterschiedlichen Gehtechniken den Berg hinauf zur nächsten Station, der Schönfeldhütte auf 1410 m. Hier vertrieben wir uns die Zeit wieder mit gutem Essen, Getränken, netten Gesprächen und der Tourenplanung für den nächsten Tag. Einer besonderer Berücksichtigung schenkten wir dabei der aktuellen Lawinensituation und möglichen lawinenbildenden Faktoren sowie die Geländebeurteilung bis hin zu einer lawinensicheren und ökonomischen Spuranlage anhand der Gebietskarte. Bei der Planung für den nächsten Tag legten wir Checkpunkte fest, die uns nach Einschätzung des Gelände am Checkpunkt als Umkehrpunkt dienen.

Am Sonntag starteten wir dann frühmorgens wieder nach dem Frühstück und mit den Schneeschuhen an den Füßen rauf zum Gipfele des Jägerkamp 1746 m. Erneut bei hervorragendem Wetter und Schneeverhältnissen wanderten wir in 1,5 Stunden bis zum Gipfel hinauf. Nach einer gemütlichen Gipfelpause mit Infos von unserem Kursleiter zu Windzeichen und zur Umgebung ging es wieder abwärts.

     

Gipfelglück Jägerkamp 1746 m

Im Abstieg fanden wir heraus, dass die Schaufel nicht nur zum Graben ganz hervorragend geeignet ist, sondern wohl auch als Schlitten dienlich sein kann. Von da an rutschten wir die meisten Hänge nur noch auf der Schaufel hinunter, was ein Wahnsinnsspaß für alle war. So rutschend kamen wir dann wieder auf der Schönefeldhütte an. Nach einer weiteren Stärkung ging es in schneller Fahrt mit unseren Turbo-Schaufeln auf der aufgelassenen Skipiste 20 Hm, 50 Hm und weitere Höhenmeter bergab zur Talstation der Taubensteinbahn. Gebremst wurde ähnlich wie bei einer Schlittenfahrt mit dem Untersatz und den Füssen. Abschließend gab es eine Teambesprechung und wir verließen dann den Berg in Richtung Parkplatz. Dort verabschiedeten sich die Fahrgemeinschaften wieder voneinander und fuhren Heim in die Oberpfalz.

Alles in allem war es ein sehr schönes, interessantes, informatives und lustiges Wochenende, aus dem wir alle viel mitgenommen haben.

Barbara, Norbert, Thomas, Stephanie und Johannes

Bilder: Bruno Zimmerer, Hannes H.

Schönfeldhütte