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Größter Umweltverein in Regensburg tritt für fahrradfreundliche Stadt ein.

REGENSBURG. Seit einem Jahr sind die innerstädtischen Fußgängerzonen und der Alleengürtel in Regensburg für den Radverkehr offen. Das gilt auch für die Nutzung der Einbahnstraßen in Gegenrichtung. Ende April entscheidet der Stadtrat darüber, ob das so bleibt. In der Debatte meldet sich jetzt die Regensburger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) zu Wort. Sie ist mit rund 16.000 Mitgliedern – mehr als 6.000 davon im Stadtgebiet Regensburg – der größte Umweltverein in der Region. „Die in Regensburg auf Probe geltenden fahrradfreundlichen Regelungen sollen bleiben“, fordert Vereinsvorsitzender Reinhardt Neft. Der DAV weiß die Regensburger Gruppen von Allgemeinem Deutschen Fahrradclub e. V. (ADFC) und Bund Naturschutz hinter seiner Forderung.

Keine „salomonische“ Lösung

Der DAV sieht darüber hinaus die als „salomonische“ Lösung in die Diskussion eingebrachte Einschränkung des Radverkehrs tagsüber als nicht zielführend. „Verschiedene Nutzergruppen wollen sich zu jeder Tageszeit in ihrer Umgebung bewegen und wohl fühlen. Das ist in der Stadt nicht anders als in den Alpen“, erklärt Neft. „Das Miteinander klappt nur, wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen.“ Der DAV empfiehlt in diesem Zusammenhang eine Weiterführung der städtischen Kampagne „Respekt bewegt“ und weist darauf hin, dass laut Polizei und Verkehrsüberwachung die offenen Regelungen sich nicht negativ auf die Unfallstatistik ausgewirkt hätten.

„Regensburg kann zeigen, dass es sich für seine umweltbewussten Bürger stark macht und tatsächlich fahrradfreundlich ist“, motiviert DAV-Vorsitzender Neft den Stadtrat bei seiner Entscheidung. Er spielt dabei auf die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern an. Regensburg war dort 2011 Gründungsmitglied, hat jedoch seine selbst gesteckten Ziele bis dato nicht erreicht. Die Übernahme der auf Probe geltenden Regelungen könne hier Impulse setzen und mehr Menschen dafür begeistern, vom Auto auf ÖPNV und Fahrrad umzusteigen, ist sich der DAV sicher. Wie die zukünftige Lösung in Regensburgs Altstadt aussehen wird, wird der Stadtrat am 26. April entscheiden.