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Eiben sieht man häufig in Parks oder kennt sie aus dem eigenen Garten. Und doch stehen sie in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Dafür sind hauptsächlich zwei Gründe verantwortlich: Zu Zeiten der Pferdekarren wurden Eiben systematisch beseitigt, da Pferde sehr empfindlich auf das Eiben-Gift reagieren. Zudem wurden große Mengen an Eibenholz nach Großbritannien für den Bogenbau exportiert. Die Beschaffenheit des Holzes ermöglichte eine Pfeilweite von bis zu 300 m – ein klarer Wettbewerbsvorteil zu damaliger Zeit.

Die baumartige Eibe ist im Wald dementsprechend heute nur noch selten zu finden. Um den Bestand aber auch für die Zukunft zu sichern, pflanzten wir, zusammen mit dem Forstbetrieb Kelheim, am 14. Oktober im Hienheimer Forst junge Eiben.Nach einem kleinen Abstecher zur Wipfelsfurt beim Donaudurchbruch, wo 173 Jahre alte und 50 m hohe Eschen wachsen (die höchsten Bäume des Forstbetriebs), machen wir Bekanntschaft mit einer der wenigen Eiben im Forst. Zu den besonderen Eigenschaften der Eiben zählen sicherlich, dass sie sehr langsam und oft mehrfachstämmig wachsen. Sie haben Kerne statt Zapfen und sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die Nachzucht ist eine Kunst für sich, die nur wenige Spezialisten beherrschen. Die Samen müssen manuell vom Baum gepflückt und in einem aufwendigen Prozess zur Keimung gebracht werden. Vielleicht stammen unsere Pflanzen ja sogar von genau dieser Eibe?

Wir verabschieden uns von unserem „Mutterbaum“ und schreiten unter Anleitung des Försters zur Tat: Grasfilz entfernen, mit dem Hohlspaten ein Loch graben, Pflanze rein, Erde drüber, festdrücken. So geht das in verschiedenen Teams ca. 100 Pflanzen lang – im Ohr stets die nette Ermahnung des Försters: „Das ist ein 500-Jahre Projekt. Es geht nicht um die Menge, sondern, dass es ordentlich ist!“. Wir hätten noch viel länger weiter machen können. Auch wenn es neben dem großen Spaß doch ziemlich anstrengend war, wie wir mit Knochenarbeit und einer speziellen Hacke diesen hartnäckigen Grasfilz entfernt haben.

In der alten Forstbetriebsstelle in Irlbrunn lassen wir uns nach dem Pflanzen eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen schmecken, was wir mit viel Liebe selbst zubereitet hatten. Nach einem ereignisreichen und lehrreichen Tag verabschieden wir uns – und verabreden uns für das Jahr 2517, um wieder nach unseren Pflänzchen zu schauen.