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Wir hatten gar nicht mit einem so großen Andrang gerechnet: an einem leider etwas sehr kühlen und recht windigen 17. März 2018 trafen sich 19 Personen am späten Nachmittag am Parkplatz des Alpinsteigs in Eilsbrunn im wunderschönen Labertal. Neben Mitgliedern des Naturschutzteams vom DAV Regensburg begrüßte auch unser heutiger „Beobachtungsführer“ Günter Hauska (DAV-Senior und Mitarbeiter in der Ornithologischen Arbeitsgruppe Ostbayern), der u.a. Uhus seit Jahren beobachtet, die Gruppe. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit, so um 18 Uhr, ist der Uhu mit etwas Glück mit seinen Balz-Rufen „U-hu, U-hu“ zu hören und vielleicht auch zu sehen. Das kalte Wetter an diesem Tag lässt die Chancen dafür aber gering erscheinen. Wir wandern trotzdem unerschrocken gemütlich Richtung Stifterfelsen los, währenddessen Herr Hauska immer wieder viel Wissenswertes zum Uhu erzählt: Der Uhu ist die größte Eulenart der Welt, der bei uns dank des besonderen Schutzes in den letzten Jahrzehnten nun nicht mehr auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, aber immer noch zu den besonders streng geschützten Arten zählt, da der Lebensraum nach wie vor nicht unbegrenzt für ihn zur Verfügung steht. Denn intensiv genutzte Agrarlandschaften werden ganz gemieden. Der Uhu ist vor allem ein Felsbrüter. Er nistet gerne in Felswänden. Gut geeignete Brutplätze sind häufig über Generationen von Uhus besetzt. Er darf in der Brutzeit (März, April) nicht gestört werden, weshalb z.B. Kletterer in solch einem Gebiet Rücksicht nehmen müssen. Beim Radweg mit Blick auf den Stifterfelsen, in dem der Uhu die letzten Jahre eine Bruthöhle hatte, stellte Herr Hauska sein Spektiv auf, damit alle einen genaueren Blick darauf werfen konnten – viele hatten auch eigene Ferngläser dabei. Leider konnten wir den Uhu bis dahin weder hören noch sehen. Auf dem weiteren Weg erzählte Herr Hauska, dass letztes Jahr wegen dem kalten und nassen Frühjahr leider die zwei Brutgelege, die es dort und im gegenüberliegenden Felsen gab, nicht ausgebrütet wurden. Sehr erstaunt waren wir, zu hören, dass der Uhu neben Ratten, Kaninchen und Enten sogar auch Igel jagt! Vorbei an der alten Oberallinger Papiermühle kamen wir dann zur Hohen Wand und schauten uns durch das Spektiv die dortige Brutnische an. Herr Hauska spielte uns auch mit einer Klangattrappe die Balzrufe vor – und wir hatten dann wirklich Glück, den Uhu live rufen zu hören – aber leider zeigte er sich nicht. Dafür zog nur ein einsamer Mäusebussard seine Kreise. Da der Wind auf Dauer doch recht kalt war, entschlossen wir uns, früher als geplant den Rückweg zum Gasthaus Röhrl in Eilsbrunn anzutreten. Wir waren froh, uns endlich aufwärmen und stärken zu können. Obwohl wir den Uhu nur gehört und nicht gesehen haben, nahmen wir doch viele Eindrücke mit und waren dankbar für die vielen Informationen, die uns Günter Hauska sehr anschaulich und gut verständlich erzählte. Als wir nach Hause fuhren, fielen sogar Schneeflocken, kein Wunder, dass sich der Uhu lieber in einem Baum oder in einer Felsspalte versteckt hielt!