Werner, du bist 1963 mit 18 Jahren dem Alpenverein beigetreten. Konnte man damals erst volljährig Mitglied werden?
Werner: Nein, auch in die Jugendgruppe konnte man schon eintreten. Ab 18 ging es dann in die Jungmannschaft. Ich bin mit 18 direkt in die Jugendmannschaft eingetreten, der Jungmannschaftsleiter war damals Manfred Hummel. In der Jungmannschaft war man bis 25. Danach wurde man automatisch volles Mitglied. Wenn man zurückdenkt, als ich dazu gekommen bin, da hatte die Regensburger Sektion nicht einmal 100 aktive Leute, glaube ich. Das war sehr familiär.
Bruno: Der Hummel war übrigens mein Arbeitskollege. Er hat mich mit anderen Bergsteigern zusammengebracht. Ich glaube, ich bin 1952 oder 1953 eingetreten. Dazugekommen bin ich eigentlich über meinen Berufsschullehrer Hans Seibold. Er war damals 1. Vorstand und meinte: Ihr könnt ruhig zur Regensburger Jugendgruppe gehen. Dann könnt ihr in die Berge fahren. Und da habe ich den Zembsch Heinz und den Baumann Franz kennengelernt. Das waren damals diese extremen Kletterer.
Damit ist das losgegangen. Die erste Tour, das war am Wilden Kaiser. Und da haben sie gleich alle gestaunt. „Du kannst dir nicht die schwierigste Tour zuallererst aussuchen, du bist noch nie geklettert“, haben sie gesagt. Der Fleischbankpfeiler, eine 6+ mit 7er Stelle.
Ihr seid anders als heute geklettert, oder?
Werner: Ja, teilweise am Anfang u.a. mit den sogenannten „Fiffi“. Das war eine Art Trittleiter, meistens vier Sprossen, und am Ende ein Haken. Und wenn man den Haken eingehängt hat, dann ist man technisch wie auf einer Hühnerleiter rauf. Aber das war eigentlich nicht das richtige, „edle“ Klettern.
Bruno: Freiklettern halt. Ohne Hilfsmittel, Hakennutzung nur als Sicherung. Wie nach Paul Preuß. Das war mein Ding! Man muss wissen, ob die Stelle ohne technische Hilfsmittel frei zu klettern ist. Sicherung ist kostbar. Aber nicht als Fortbewegungsmittel. Der Fiffi hatte einen Haken mit einer Schnur dran, dass der Kletterer gefangen werden kann, wen er runterfällt. Ein technisches Hilfsmittel. „Ja mit einer Leiter klettert der“, hat’s dann geheißen.
Werner: Die Sicherung war damals nur ein Seil um die Brust. Sitzgurte gab es in den 50ern und frühen 60ern noch nicht. Das war bei einem größeren Sturz natürlich nicht gerade angenehm. Abgeseilt hat man im so genannten Dülfersitz.