HTG vor Lyskamm | © Josef Kammermeier

Skihochtour im Wallis

HTG-Skihochtour im Wallis Fr. 03.04.26 bis Fr. 10.04.26

06.04.2026

Wochenlang haben wir auf unsere Skitour hingefiebert. Werden Wetter und Lawinenlage unsere Tour ermöglichen?

Am Freitag, den 03.04. war es so weit. Wettervorhersage bestens und ein Lawinenlage Zweier. Thomas, Andrea, Roland, Claudia, Anette, Hansjörg und ich trafen uns um 8:00 Uhr und starteten in die Schweiz. Und da war schon die 1. Herausforderung. 7 HTGler mit Gepäck, Ski, Skischuhen und der Gletscherausrüstung müssen in den VW-Bus von Andrea und Thomas. Mit viel Schichten und Stapeln hat es geklappt. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in einem Hotel mit Pizzeria in Ackersand/Stalden.

Am Samstag fuhren wir dann mit dem Lift von Saas Grund zum Kreuzboden auf 2400 m und stiegen auf zum Lagginjoch auf 3498 m. Eine anstrengende Höhenanpassung mit fantastischer Sicht Richtung Westen auf die Mischabelgruppe mit unseren Zielen der nächsten Tage.

Am Sonntag stand unser erster Gipfel, das Allaninhorn (4027 m) auf dem Programm. Wir nutzten Kabinenbahn und Schrägaufzug von Saas Fee hoch zum Mittelallanin auf 3457 m und stiegen von dort auf. Vorbei an Gletscherformationen und schließlich über einen kurzen Firngrat zum Gipfel.

Eine sehr schöne Tour, die uns auch den ersten Blick auf das Matterhorn bot. Es ist schon wirklich ein beeindruckender Berg.

Nach der Abfahrt und der spannenden Suche nach dem besten Weg zur Britannia Hütte mit vorsichtiger Gletscherquerung und Blick auf die Lawinenlage erreichten wir dann die Britannia Hütte (3030 m) und freuten uns auf das Abendessen.

Am Montag um 6:00 Uhr brachen wir zum Strahlhorn (4190 m) auf. Erste Herausforderung war die bockhart gefrorene Abfahrt von der Hütte mit Stirnlampen bis 2990 m. Dann folgten der herrliche Aufstieg im Monduntergang, die fantastische Aussicht auf die Monte Rosa Gruppe, das Matterhorn, den Mont Blanc und eine feine Abfahrt im auffirnenden Schnee.

Am Dienstag ging es über den Adlerpass zu unserem zweiten Hüttenstützpunkt, der Monte Rosa Hütte (2883 m). Um 6:30 Uhr starteten wir. Oben am Adlerpass stärkten wir uns erst mit unserer Brotzeit, bevor es zur schwierigen Abfahrt mit über 40 Grad steilen Stellen ging. Es war immer noch hart gefroren, aber wir hatten das Glück, dass vor uns eine Gruppe mit Bergführer abfuhr und wir so die optimale Route nachfahren konnten. Die nächsten Stunden brachten wunderbare Firnabfahrten mit traumhaften Ausblicken auf die Mote Rosa Gruppe und einen Zwischenanstieg, der Dank der nur mäßigen Lawinengefahr gut zu bewältigen war.

Am Ende erwartete uns noch eine Kletterei über eine steile Wand und ein steiler Abstieg. Dann konnten wir die Monte Rosa Hütte sehen. Ein futuristischer Kubus mit dem Matterhorn im Hintergrund. Ein toller Anblick. Nach 10 Stunden, 20 km und 1250 Hm hatten wir unser Ziel erreicht.
Sehr müde und sehr glücklich über diese fantastische Tour.

Nach den Anstrengungen gönnten wir uns am Mittwoch einen Ruhetag. Die Terrasse in der Sonne mit Blick auf die atemberaubende Gletscherwelt, mit Castor, Pollux und unzähligen weiteren Viertausendern war der perfekte Ort.

Einen weiteren Höhepunkt gab es am Donnerstag mit der Ludwigshöhe (4341 m) als Ziel – südlichster Viertausender der Schweiz und 17. höchste Erhebung der Alpen. Um 5:30 Uhr stiegen wir in beeindruckender Gletscherlandschaft auf, vorbei an Spalten und riesigen Gletscherformationen. Mit 4341 m war das nicht nur für mich die höchste Skitour bisher. Die 1470 Hm Abfahrt waren dann traumhaft.

Am Freitag fuhren wir über den Grenzgletscher und durch die Gorner Schlucht nach Zermatt ab und anschließend nach Hause.

Das war eine meiner besten Bergtouren aller Zeiten. Eine Woche lang pure Sonne, kalte, klare Nächte und nur mäßige Lawinengefahr, absolut perfekte Bedingungen für diese wunderbare Tour im hochalpinen Gletschergebiet. Unser Team hat toll zusammengespielt, wir haben uns gegenseitig unterstützt und es gemeinsam geschafft. Danke an euch und danke Thomas für die perfekte Planung.

Josef Kammermeier